Die Macht von Custom Audiences im Facebook Advertising – How-to #3 - CONTXT Online-Marketing

Die Macht von Custom Audiences im Facebook Advertising – How-to #3

Facebook Advertising bietet mit all seinen detaillierten Targeting-Möglichkeiten enormes Potenzial für die Neukundengewinnung und Kundenbindung. Doch häufig wird von Werbetreibenden nicht die volle Leistungsfähigkeit genutzt, da nur die interessensbasierten Core Audiences fürs Targeting verwendet werden. Schon mit einem kleinen Kundenstamm können Sie mittels Custom Audiences eine hohe Performance erzielen. Wie das geht? Lesen Sie weiter!

Was sind Custom Audiences?

Custom Audiences ermöglichen eine benutzerdefinierte Zielgruppenerstellung anhand bereits existierender Kunden. Das können Leute sein, die in der Vergangenheit auf eine Werbeanzeige von Ihnen geklickt haben, auf Ihrer Website unterwegs waren oder auf anderem Wege mit Ihrem Unternehmen interagiert haben. Custom Audiences haben das Ziel, bestehende Kundenbindungen zu stärken, indem man konvertierte Nutzer erneut anspricht – im Fachjargon: Retargeting. Denn eines ist klar: Es ist viel einfacher, vorhandene Kunden zum Kauf zu reaktivieren, als neue Kunden zu werben. Dies zeigt sich auch in den Werbeanzeigenberichten: Die Klickraten beim Retargeting sind um ein Vielfaches höher als beim klassischen Interessenstargeting.

 

Welche Einsatzmöglichkeiten bieten Custom Audiences?

Um einen Überblick über die verschiedenen Custom Audiences zu bekommen, gehen Sie im Business Manager über das Menü zu dem Reiter „Zielgruppen”. In der Objektbibliothek angekommen, können Sie über das Dropdown-Menü „Zielgruppe erstellen” die Custom Audiences auswählen. Nun erscheint folgendes Pop-up:

Quelle: Screenshot facebook.com

 

1) Kundendatei

Die erste Möglichkeit ist, mit Hilfe einer Kundendatei eine statische Custom Audience zu erstellen. Dazu laden Sie eine Kundenliste mit Informationen wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern in einer CSV- oder TXT-Datei hoch. Facebook verschlüsselt Ihre personenbezogenen Kundendaten mit einem kryptischen Hashwert (alphanumerischer Code), der nicht auf einzelne Personen zurückzuführen ist. Im Anschluss werden die Informationen mit der Facebook-Datenbank abgeglichen, um herauszufinden, welche Ihrer Kunden ein Facebook-Profil besitzen. Die Matches bilden Ihre Custom Audience. Die Zielgruppe ist statisch, da Sie bei jedem neuen Kunden manuell eine aktualisierte Textdatei hochladen müssten. Außer Sie nutzen ein Tool wie Leadsbridge, das Ihre dynamische Kundendatenbank immer mit Ihrer Custom Audience abgleicht.

 

2) Webseiten-Traffic

Wenn Sie das Facebook-Pixel auf Ihrer Website implementiert haben und bereits einige hundert Nutzer auf Ihrer Website verkehren, können Sie auch Custom Audiences aus Ihren Website-Besuchern erstellen. Dabei sind Ihnen keine Grenzen gesetzt – Sie können all Ihre Besucher in einer großen Zielgruppe bündeln, nach Produktsparten segmentieren, gezielt Warenkorbabbrecher oder Käufer auswählen und und… Jetzt das Beste? Die Custom Audiences sind dynamisch, da Facebook fortwährend den Traffic mit Ihrer bestehenden Datenbank abgleicht. Ein besonderes Augenmerk dient hier dem Kampagnenziel „Produktkatalogverkäufe” für Online-Shop-Betreiber. Hiermit können Sie über einen dynamischen Produktfeed automatisch Ihre Produkte an Personen ausliefern, die sich vorher bei ebendiesem Produktsortiment auf Ihrer Website umgeschaut haben. Spannend? Dazu im nächsten Artikel mehr.

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3) App-Aktivität

Analog zum Website-Traffic können Sie auch in einer App das Facebook Pixel mittels SDK einbinden und den Besucherverkehr inklusive Handlungen messen. Custom Audiences könnten dann Personen sein, die den Anmeldeprozess noch nicht abgeschlossen haben oder treue Nutzer, die täglich Ihre App aufrufen.

 

4) Interaktionen auf Facebook

Die letzte Möglichkeit ist, direkt aus Handlungen auf Facebook benutzerdefinierte Zielgruppen zu bilden. Aus folgenden Interaktionen lassen sich Custom Audiences zusammensetzen: Video-, Lead Ads-, Canvas- und Seiteninteraktionen. So könnten Sie Personen erneut ansprechen, die sich beispielsweise 25 % Ihres Produktvideos angeschaut oder Ihre Facebook-Seite besucht und direkt wieder verlassen haben. Ich empfehle Ihnen, gerade bei einem neuen Produkt Werbevideos zu verwenden, da diese eine höhere Interaktionsrate mit sich ziehen. Hierzu lesen Sie meinen Beitrag „Wirkungsvolles Facebook Advertising mit Videos”.

 

Custom Audiences zur Neukundengewinnung?

Sie haben sich sicherlich schon die Frage gestellt, ob Ihnen Custom Audiences auch bei der Neukundengewinnung helfen können, oder? Meine Antwort lautet: Ja – indirekt. Mit Custom Audiences können Sie im ersten Schritt nur bereits interagierende Personen erneut ansprechen. Doch sobald Sie einen guten Kundenstamm mit mehreren hundert Personen aufgebaut haben, können Sie aus den Custom Audiences sogenannte Lookalike Audiences (siehe Schaubild unten) erstellen. Dies sind Zielgruppen, die in ihren Verhaltensweisen und Interessen Ihren bereits konvertierten Nutzern aus der Datenquelle ähneln. Sie können sich diesen Prozess so vorstellen, dass Facebook beispielsweise aus Ihren Käufern eine Persona (ein Prototyp der Zielgruppe) erstellt und dann in der hauseigenen Datenbank nach Nutzern sucht, die Ihrer Persona sehr ähnlich sind. Zu den Lookalikes komme ich dann im nächsten Artikel und zeige Ihnen, wie Sie mit Lookalike Audiences eine hohe Performance im Prospecting, der Neukundengewinnung, erzielen.

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Ich hoffe, Ihnen mit meinen Tipps wertvolle Impulse für die eigene Kampagnenplanung gegeben zu haben und freue mich darauf, von Ihren Ergebnissen zu hören. In naher Zukunft warten für alle Wissenslevel weitere spannende Artikel. Wenn Sie Rat bezüglich Optimierungspotenzialen benötigen, kontaktieren Sie mich – ich helfe Ihnen gerne.

 

Hier geht es zu Teil #1 mit 7 Tipps für erfolgreiches Facebook Advertising

Hier geht es zu Teil #2 mit Wirkungsvolles Facebook Advertising mit Videos

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Jannik liebt Zahlen: Für Werbestrategien gräbt er sich tagtäglich in die Tiefen von Social-Media-Analytics, um Optimierungspotenziale bis ins letzte Detail ausfindig zu machen. Neben seinem Namen hört er auf Begriffe wie Split-Testing, Targeting und Leadgenerierung.
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