Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein gut strukturierter Produktkatalog verbessert die User Experience, reduziert Klicks und steigert die Conversion-Rate eines Online-Shops.
- Adobe Commerce bietet als Enterprise-Lösung erweiterte Funktionen wie B2B-Features, KI-Produktempfehlungen und eine Cloud-Infrastruktur für wachsende Unternehmen.
- Die Basis des Katalogs bilden Produkt-URLs und XML-Strukturen, die sowohl das Shop-Design als auch den Datenexport für Marketing-Kanäle steuern.
- Eine strategische Planung von Kategoriestrukturen und Attributen ist entscheidend für die Orientierung der Kunden und die Auffindbarkeit in Suchmaschinen.
- Adobe Commerce unterstützt verschiedene Produkttypen wie konfigurierbare oder gruppierte Produkte, um komplexe Sortimente und Varianten flexibel abzubilden.
Von Magento zu Adobe Commerce – ein kurzer Hintergrund
Magento startete als Open-Source-Projekt für kleinere bis mittlere Shops.Heute existiert sie als:
- Magento Open Source (Community-Version)
- Adobe Commerce (kommerzielles Enterprise-Produkt)
Magento Open Source bietet hohe Flexibilität und Anpassbarkeit, erfordert jedoch eigenes Hosting sowie eigenverantwortliche Wartung und Sicherheitsupdates.
Adobe Commerce richtet sich an wachsende B2B- und B2C-Unternehmen und erweitert die Open-Source-Basis um zusätzliche Funktionen wie:
- B2B Funktionalitäten
- Multi-Source Inventory (MSI)
- Adobe Commerce Intelligence
- Live Search
- Cloud-Infrastruktur (Adobe Commerce Cloud)
- integrierte Sicherheitsarchitektur inkl. Fastly WAF
Damit eignet sich Adobe Commerce besonders für Unternehmen, die von einem kleinen Shop zu einem großen, professionellen Anbieter wachsen und dementsprechend höhere Anforderungen stellen.
Adobe Commerce hingegen ist die Enterprise-Version speziell für B2B- und B2C-Shops. Sie verfügt über eine Reihe von Funktionen für große Unternehmen, angefangen bei Commerce Intelligence, Live-Suche, Multi-Warehousing bis hin zu fortschrittlichen KI-Produktempfehlungen und selbstständig skalierenden Cloud-Features. Zudem liefert sie zahlreiche Security-Updates.
Grundlagen des Produktkatalogs in Adobe Commerce
Die Grundlage für den Produktkatalog in Adobe Commerce bilden die Produkt-URLs. Produkte sowie Produktkategorien erhalten ihre eigenen URLs. Der sogenannte URL-Key (URL-Schlüssel) wird in der Regel automatisch aus dem Namen generiert, kann aber manuell angepasst werden. Adobe Commerce ermöglicht es, URLs mit oder ohne Kategoriepfad zu erstellen. Die Wahl der URL-Struktur hat direkten Einfluss auf den Aufwand bei der Katalogpflege sowie auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO).
XML spielt eine zentrale Rolle in der Architektur: Einerseits steuert das Layout-XML den strukturellen Aufbau des Shops, das Design der Seite und welche Elemente wo angezeigt werden. Andererseits wird XML für die Sitemap verwendet. Die Konfiguration der Sitemap erfolgt über den Adminbereich, wo festgelegt wird, wie häufig eine Datei aktualisiert wird und welche Priorität die Inhalte für die Suchmaschine haben.
Neben dem Layout dient XML vor allem als Format für den Export zu Google & Co. Hier ist die Datenqualität maßgebend: Vollständige Attribute wie IDs, Titel und Preise im Backend sind zwingend erforderlich, um Ablehnungen auf Werbeplattformen zu verhindern.
In der Regel enthält der Produktkatalog aktive und inaktive Produkte. Wichtig zu wissen: Deaktivierte Produkte werden am Frontend gar nicht erst geladen. Um jedoch zu verhindern, dass Suchmaschinen Seiten mit geringem Mehrwert (z.B. Filterseiten oder bestimmte Archivseiten) indiziert werden, lassen sich Meta Tags (Noindex) nutzen.
Kategoriepfade als Teil der URLs sind eine optionale Einstellung. Während kurze URLs (direkt nach der Domain) oft als SEO-stärker gelten, können Kategoriepfade in der URL den Nutzern bei der Orientierung helfen, führen jedoch zu längeren und potenziell verschachtelten Pfaden.
Die zentralen SEO-Einstellungen finden sich in der Admin-Seitenleiste unter Stores > Settings > Configuration. Im Bereich “Catalog” lassen sich Optionen für URL-Suffixe, die automatische Generierung von Redirects bei URL-Änderungen und die Verwendung von Kategoriepfaden in Produkt-URLs festlegen.
Schritt für Schritt: Produktkatalog in Adobe Commerce (Magento) erstellen
Änderungen am Shop lassen sich mit wenigen Klicks zentral im Admin-Panel erledigen. Die Grundlage für verschiedene Ansichten (z.B. Sprachen, Währungen) bildet der „Store View“. Über den Button„Customer View“ können Shopbetreiber jederzeit prüfen, wie der Produktkatalog für den Besucher aussieht.
Kategoriestruktur planen
Eine logische Kategoriestruktur hilft sowohl den Shopbetreibern bei der Organisation ihrer Kataloge als auch den Kunden bei der Orientierung. Kategorien sollten sich an das Suchverhalten der Kunden anpassen und dahingehend optimiert werden. In Adobe Commerce kann ein Produkt problemlos mehrere Kategorien gleichzeitig zugeordnet werden.
Root Categories und Subcategories
Die Einstellungen für Kategorien finden sich im Menü unter Catalog > Categories.
- Add Root Categorie: Stammkategorien fungieren als oberste Container für den kompletten Shop. Jedem “Store” innerhalb Adobe Commerce wird genau eine Root Kategorie zugewiesen. Dies ermöglicht es, in einer Installation mehrere Shops mit völlig unterschiedlichen Navigationsmenüs zu betreiben.
- Add Subcategory: Innerhalb einer Root Category werden Unterkategorien erstellt, um die eigentliche Navigation aufzubauen.
- Flexibilität: Kategorien und Produkte können zwischen verschiedenen Ebenen verschoben werden. Eine Root Category kann auch einem anderen Store zugewiesen werden, um dessen gesamte Struktur mit einem Klick zu ändern.
Produktattribute sinnvoll anlegen
Die Produktattribute erfüllen verschiedene Zwecke und sollten von Anfang an strategisch gewählt sein. Diese Attribute sind je nach Produkttyp vielfältig und umfassen beispielsweise Farben, Größen oder Materialangaben. Im Admin-Bereich werden sie unter Stores > Attributes > Product verwaltet. Sie sind für SEO ebenso entscheidend wie für die shopinterne Suche, für Preisvergleichsportale oder gezielte Werbeaktionen.
Hier ist technisches Mapping entscheidend: Die Shop-Felder müssen präzise den Anforderungen der Zielplattformen zugeordnet werden (z. B. oxtitle zu title), damit Algorithmen die Produkte korrekt interpretieren können.
Beim Erstellen von Attributen sollte auf eine einheitliche Schreibweise geachtet werden. Während das System intern mit Codes arbeitet, könnten unterschiedliche Labels wie „Grün“ und „grün“ bei den Filteroptionen als zwei verschiedene Werte interpretiert werden. Dies führt zu einer unübersichtlichen Filterführung und verschlechtert das Nutzererlebnis sowie die Suchergebnisse. Generell sollten Attribute leicht verständlich und nicht zu spezifisch gewählt werden, damit sie für die Filterung und Suche sinnvoll nutzbar bleiben.
„Attribute Sets“ erleichtern die Zuweisung bei gleichartigen Produkten. Als hilfreich kann sich weiterhin die Gewichtung von Attributen erweisen. Wichtige Attribute lassen das Produkt dann weiter oben in den Suchergebnissen auftauchen. Ein weiterer Aspekt ist die Such-Priorität: In den Attributeinstellungen lässt sich festlegen, ob ein Attribut für die Suche berücksichtigt wird und welche Gewichtung (Search Weight) es enthalten soll. Attribute mit einem höheren Wert (z. B. 10 für die Marke statt 1 für die Farbe) sorgen dafür, dass Treffer in diesen Feldern das Produkt in den Suchergebnissen weiter oben platzieren.
Produkttypen in Adobe Commerce
Das System unterscheidet zwischen verschiedenen Produkttypen: „Einfaches Produkt“, „Konfigurierbares Produkt“, „Gruppiertes Produkt“, „Virtuelles Produkt“, „Produkt im Paket“ und „Herunterladbares Produkt“. Zudem gibt es noch Geschenkkarten als separate Produkte. Einfache Produkte werden als eigenständiges Produkt verkauft, können jedoch auch Teil eines Bündels sein oder als Bestandteil eines konfigurierbaren Produkts verkauft werden.
Ein konfigurierbares Produkt eignet sich für Artikel mit verschiedenen Varianten, beispielsweise ein T-Shirt in mehreren Farben und Größen. Jede einzelne Variante besitzt eine eigene SKU und wird technisch als eigenständiges einfaches Produkt angelegt. Für Kunden erscheinen diese Varianten jedoch gebündelt unter dem Hauptprodukt. Die Auswahl erfolgt meist über ein Drop- down-Menü oder Auswahlfelder auf der Produktseite.
Ein gruppiertes Produkt besteht aus mehreren eigenständigen Artikeln, die als Produktgruppen im Katalog dargestellt werden. Die einzelnen Produkte bleiben separat kaufbar, werden aber gemeinsam präsentiert, um thematisch zusammengehörige Artikel übersichtlich anzubieten. Besonders bei Sets ist dieses Vorgehen besonders geeignet.
Der Unterschied zwischen einem virtuellen und einem herunterladbaren Produkt liegt darin, dass Letzteres in einer Datei resultiert. Das kann ein E-Book sein, eine Video-Datei, Musikstücke oder Software. Diese lassen sich auf der Festplatte oder auf einem Server hosten und stehen dem Käufer frei zur Verfügung. Das virtuelle Produkt hingegen kann zum Beispiel nur auf der Shopwebseite zur Nutzung zur Verfügung stehen.
Produkte anlegen und pflegen
Produkte werden über „Catalog“, dann über „Products“ und „Add Product“ eingefügt. Nach der Auswahl des Produkttyps werden wichtige Daten wie Name, SKU, Preis, Menge, Sichtbarkeit, Kategorien und Attribute eingetragen. Bei mehreren Stores lassen sich hier mehrere Webseiten hinzufügen, ebenso unterschiedliche Attribute für mehrere Varianten. Im Anschluss wird dem Produkt eine eigene ID automatisch vergeben.
Bundle-Produkte sind individuell konfigurierbar und setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen, der Kunde kann einzelne Bestandteile selbst auswählen oder kombinieren. Dadurch entstehen unterschiedliche Preis und Gewicht Kombinationen, je nachdem, welche Optionen gewählt werden.
Details und URLs lassen sich im Anschluss jederzeit anpassen. Vor allem hinsichtlich SEO bietet sich eine regelmäßige Überprüfung an. Die Customer View ist ein nützliches Hilfsmittel, um die Produktseite auf Übersichtlichkeit und Navigation zu testen. Das Tool bietet weiterhin Möglichkeiten zur flexiblen Preisgestaltung, etwa für globale Preise oder spezifische Preise für einzelne Webseiten.
Katalog für mehrere Store Views vorbereiten
Bei Installationen mit mehreren Store Views – für unterschiedliche Länder oder Sprachen – bleiben bestimmte Angaben wie SKU, Gewicht oder Hersteller i. d. R. global gültig. Andere Inhalte können je nach Store View variieren. Dazu gehören Preise, steuerliche Einstellungen, Sprache, Produkt- und Bildbeschreibungen sowie die URL-Struktur.
Wird dasselbe Sortiment international verwendet, kann die bestehende Root Category übernommen werden. Anschließend erfolgen lediglich sprachliche und gegebenenfalls preisliche Anpassungen.
Qualitätssicherung und Pflege des Katalogs
Eine regelmäßige Pflege des Produktkatalogs ist essenziell für die langfristige Performance des Shops. Fehlende Bilder sollten ergänzt, Kategorie-Zuweisungen überprüft und verwaiste Attribute bereinigt werden. Ebenso ist darauf zu achten, Duplicate Content zu vermeiden und eine einheitliche Verwendung von Tags sicherzustellen.
Die globale Nutzung identischer Bilder für mehrere Produkte spart Speicherplatz und vereinfacht die Verwaltung.
Nutzung bei Meta Ads / Nutzung bei Google Ads
Nutzung bei Meta Ads & Google Ads
Die Anbindung an Marketing-Plattformen erfordert die Bereitstellung eines präzisen Produktdaten-Feeds. Der automatisierte XML-Export aus Adobe Commerce bildet dabei das unverzichtbare Herzstück für die Produktdarstellung in allen Kampagnen.
Adobe Commerce Produktkatalog in Google Ads integrieren
- Google Merchant Center einrichten: Zunächst muss im Merchant Center der Shop verifiziert (Domain-Bestätigung) und Versand- sowie Steuerinformationen hinterlegt werden.
- Datenfeed anlegen: Unter „Produkte“ > „Feeds“ wird ein neuer Hauptfeed erstellt. Als Methode wählt man den „Geplanten Abruf“, fügt die XML-Feed-URL aus Adobe Commerce ein und definiert ein regelmäßiges Abrufintervall (z. B. täglich nachts).
- Datenprüfung: Nach dem Import prüft Google die Daten automatisch. Im Bereich „Diagnose“ werden Probleme wie fehlende Pflichtattribute (GTIN, Marke) oder Preisabweichungen angezeigt.
- Konten verknüpfen: Sobald die Produkte freigegeben sind, wird das Merchant Center unter „Verknüpfte Konten“ mit dem Google-Ads-Konto verbunden, um Shopping-Kampagnen zu starten.
Adobe Commerce Produktkatalog anbinden bei Meta Ads
- Katalog erstellen: Im Meta Commerce Manager wird ein neuer Katalog vom Typ „E-Commerce“ angelegt und mit dem entsprechenden Business Manager sowie dem Werbekonto verknüpft.
- Datenquelle hinzufügen: Unter „Datenquellen“ wird die Option „Geplanter Abruf“ gewählt. Hier fügt man die Feed-URL aus Adobe Commerce ein und legt fest, wie oft Meta die Daten synchronisieren soll.
- Qualitätscheck: Im Bereich „Diagnose“ zeigt Meta mögliche Fehler wie doppelte Produkt-IDs oder fehlende Bild-URLs an, die im Adobe-Backend korrigiert werden müssen.
Pixel-Verbindung: Damit Dynamic Ads funktionieren, wird der Katalog unter „Ereignisquellen“ mit dem Meta-Pixel verknüpft. So wird sichergestellt, dass die IDs im Feed mit den IDs der Nutzerinteraktionen im Shop übereinstimmen.
Häufige Probleme und Lösungen (FAQ)
Wie DSGVO-konform ist das Tool?
Adobe Commerce stellt Beispiel-Datenschutzrichtlinien bereit. Für vollständige DSGVO-Konformität sind Shopbetreiber selbst verantwortlich – insbesondere bei Drittanbieter-Extensions, Cookies und Tracking-Tools.
Wie funktioniert die Web Application Firewall (WAF) von Fastly?
Standardmäßig bietet das Tool eine WAF entwickelt von Fastly, mit einem eigenen Regelsatz zur Unterbindung von Spam und bösartigem Traffic. Dabei bewertet sie den GET- und den POST-Traffic und entscheidet auf der Grundlage des Regelsatzes, welcher Traffic blockiert werden soll. Als Cloud-basierte Lösung ist eine spezielle Hardware oder Software für WAF nicht notwendig.
Lassen sich Anwendungen von Drittanbietern auf der Cloud-Instanz installieren?
Die Installation von Drittanbieter-Anwendungen wie WordPress ist auf Cloud-Infrastrukturservern nicht möglich. Adobe übernimmt die volle Sicherheit für die Server und kann daher das Hosten von externen Apps nicht zulassen.
Fazit und Zusammenfassung
Adobe Commerce bietet eine leistungsstarke Grundlage für B2B- und B2C-Unternehmen mit wachsenden Anforderungen.
Ein strategisch aufgebauter Produktkatalog mit durchdachten Kategorien, klar definierten Attributen und sauberer SEO-Struktur erhöht die Nutzerfreundlichkeit, verbessert die Conversion Rate und erleichtert die langfristige Pflege.
Für kleinere Unternehmen bleibt Magento Open Source eine flexible Alternative – während Adobe Commerce besonders für skalierende, professionelle Shopstrukturen geeignet ist.
Erst durch strukturierte XML-Feeds und ein präzises Mapping können Plattformen wie Google, Meta oder TikTok Angebote automatisch erfassen und erfolgreich für Performance Marketing nutzen.