10. Juli 2026

Google Ads

Update für Performance Max Kampagnen

Wer 2026 Google Ads schaltet, hat es sicher gemerkt: Die Performance verhält sich anders als gewohnt. Schuld ist das große PMax-Update – die wichtigste Evolution für Googles KI-Kampagnen seit Jahren. Aber was steckt dahinter? Und viel wichtiger: Wie müsst ihr eure Kampagnen jetzt aufbauen, um die neuen Kontrollen optimal zu nutzen und nicht auf der Strecke zu bleiben? Genau das schauen wir uns in diesem Beitrag an. Jetzt lesen!

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kanalleistungsbericht zeigt, wie Search, YouTube, Display und weitere Google-Kanäle zur Gesamt-Performance beitragen.
  • Suchbegriffsberichte und ausschließende Keywords auf Kampagnenebene schaffen mehr Kontrolle.
  • Search Themes lassen sich umfangreicher einsetzen; AI Max rückt funktional näher an Performance Max.
  • Detaillierte Asset-Kennzahlen und Experimente verbessern Creative-Entscheidungen.
  • Smart Bidding Exploration und Kampagnen-Gesamtbudgets erweitern die Gebots- und Budgetoptionen.

Google Performance Max bündelt die Ads-Kanäle Search, Shopping, YouTube, Display, Discover, Gmail und Maps in einem zielbasierten Kampagnentyp. Gebote, Platzierungen und Anzeigenkombinationen steuert Google hier automatisiert anhand von vorgegebenen Conversion-Zielen und vorhandenen Daten.

Diese Grundidee bleibt auch weiterhin bestehen. Verändert haben sich vor allem die Transparenz und die Möglichkeiten zur gezielten Steuerung. Viele Funktionen von Google PMax 2026 wurden bereits 2025 eingeführt und anschließend erweitert. Wer die Möglichkeiten des Systems voll ausschöpfen möchte, sollte sich einen hinreichenden Überblick verschaffen. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Neuerungen und ordnet ihre Potenziale ein.

Der Paradigmenwechsel bei Google Ads im Jahr 2026: Ein Überblick über die Evolution von PMax

Zu Beginn verlangte eine Performance Max Kampagne viel Vertrauen. Google verteilte Budgets kanalübergreifend, kombinierte Assets und erschloss Suchanfragen, lieferte dazu jedoch nur begrenzte Detailinformationen. Gute Gesamtergebnisse waren erkennbar, ihre Ursachen jedoch kaum.

Inzwischen ergänzt Google die Automatisierung durch Berichte, Ausschlüsse, Tests und zusätzliche Vorgaben. Vollständig manuell steuerbar wird PMax dadurch nicht. Entscheidungen lassen sich 2026 aber viel besser nachvollziehen.

Parallel entwickelt Google AI Max weiter. Darunter versteht Google ein KI-gestütztes Funktionspaket für Suchkampagnen, das zusätzliche relevante Suchanfragen erschließt sowie Anzeigeninhalte und Zielseiten automatisiert anpasst. AI Max wurde 2025 eingeführt, ist aber (auch wenn es manchmal so scheint) kein neuer Name für Performance Max. Beide Lösungen folgen jedoch derselben Richtung: mehr KI-gestützte Reichweite, verbunden mit präziseren Leitplanken und zusätzlichen Steuerungsmöglichkeiten.

Google Performance Max Kampagnen – Die Neuheiten im Jahr 2026

Die Neuerungen von Google Performance Max 2026 setzen vor allem an bisherigen Schwächen des Kampagnentyps an. Detailliertere Berichte schaffen mehr Transparenz, neue Ausschlüsse und Signale verbessern die Suchsteuerung, und zusätzliche Tests erleichtern die Bewertung von Creatives. Auch bei Zielgruppen, Geboten und Budgets stehen mehr Eingriffsmöglichkeiten bereit. Da Google einzelne Funktionen schrittweise ausrollt oder zunächst als Beta anbietet, können Umfang und Verfügbarkeit je nach Konto noch abweichen.

Das Ende der Blackbox: Der Kanalleistungsbericht mit Zeitachse

Früher zeigte eine PMax Kampagne ihre Resultate vor allem als Gesamtsumme. Dadurch blieb offen, wie stark Search, YouTube, Display, Discover, Gmail, Maps oder Anzeigen mit Produktdaten beteiligt waren. Der 2025 gestartete Kanalleistungsbericht schließt einen großen Teil dieser Lücke.

Er kombiniert eine Leistungsübersicht, Zuordnungen zu Conversion-Zielen und eine Verteilungstabelle. Eine Zeitreihe macht sichtbar, wann sich der Kanalmix verändert hat und ob dies mit neuen Videos, anderen Gebotszielen oder angepassten Conversion-Zielen zusammenfällt. Diagnosen weisen zudem auf fehlende Assets, eingeschränkte Ausspielungen oder Feed-Probleme hin.

Google beschrieb den Schritt so:

„We’re introducing new reporting to Performance Max to give you insights into your channel performance, Search terms, and assets.“ – Google Ads Blog

Strategische Steuerung: Suchbegriffsbericht und ausschließende Keywords auf Kampagnenebene

Anfangs waren nur zusammengefasste Suchkategorien sichtbar. Ausschlüsse mussten teilweise kontoweit oder über den Support erfolgen.

Heute bietet Performance Max einen vollständigen Suchbegriffsbericht. Unpassende Anfragen können direkt über ausschließende Keywords oder Listen auf Kampagnenebene blockiert werden. Pro Kampagne sind bis zu 10.000 negative Begriffe möglich, die dann auf das Search- und Shopping-Inventar wirken.

Aber Achtung: Zu aggressive Listen schaden der Reichweite. Negative Keywords erfassen Varianten zudem anders als positive Keyword-Optionen. Nach größeren Änderungen sollten daher Suchvolumen, Conversions und Effizienz umso genauer beobachtet werden.

Search Themes und AI Max: KI mit zusätzlichen Suchsignalen steuern

Search Themes und AI Max verfolgen einen ähnlichen Grundgedanken: Marketing-Teams geben nicht mehr jede relevante Suchanfrage über einzelne Keywords vor. Stattdessen erhält die Google-KI zusätzliche Informationen zu Produkten, Zielgruppen und Suchabsichten, um passende Nachfrage eigenständig zu erschließen. Search Themes übernehmen diese Aufgabe innerhalb von Performance Max, AI Max überträgt das Prinzip auf weitere Kampagnentypen.

Search Themes waren zunächst auf 25 Themen je Asset-Gruppe begrenzt. Sie ergänzen die Signale aus Landingpages, Feeds, Werbemitteln und bisherigen Leistungsdaten. Anders als klassische Keywords begrenzen sie die Ausspielung jedoch nicht auf die hinterlegten Begriffe. Inzwischen lassen sich bis zu 50 Themen hinterlegen. Die Berichte zeigen außerdem, ob zusätzlicher Traffic durch ein Search Theme oder durch das automatische, keywordlose Targeting zustande kam.

AI Max bleibt ein eigenständiges Funktionspaket und ist kein Bestandteil von Performance Max. Google weitet das System 2026 jedoch von Search auf Shopping und spezielle Reiseformate aus. Zugleich sollen einzelne Funktionen früher oder später auch Performance Max erreichen. Dazu gehört insbesondere AI Brief: Unternehmen können der KI damit Vorgaben zu Botschaften, relevanten Suchanfragen und Zielgruppen geben. Ebenfalls angekündigt sind dynamische Shopping-Anzeigen für komplexere, dialogorientierte Suchanfragen.

Valide Daten statt Bauchgefühl: PMax Experiments und granulares Asset-Reporting

Lange beruhte die Bewertung einzelner Assets vor allem auf Einstufungen wie „Niedrig“, „Gut“ oder „Am besten“. Die Ursache schwächerer Ergebnisse blieb offen.

Das Reporting liefert nun Impressionen, Klicks, Kosten, Conversions, Conversion-Wert und durchschnittlichen CPC je Asset. Segmentierungen nach Gerät, Zeitraum, Netzwerk oder Conversion schaffen zusätzlichen Kontext. Auch automatisch erzeugte Texte und Zielseitenvarianten werden sichtbar.

In der Beta können unterschiedliche Asset-Sets innerhalb einer Asset-Gruppe verglichen werden. Weitere Tests prüfen zusätzliche Videos bei Kampagnen mit Produktfeed.

Mehr Kontrolle über Zielgruppen und Kundenbeziehungen

Bei Google PMax 2026 lässt sich die Ausspielung auf bestimmte Gerätetypen wie Smartphones, Computer oder Tablets begrenzen. Zusätzlich können einzelne Altersgruppen ausgeschlossen werden, etwa dann, wenn Waren oder Dienstleistungen erst ab einem vorgeschriebenen Mindestalter zugelassen sind.

Erweitert wurden auch Ziele für Neu- und Bestandskunden. Google macht sichtbar, welche Kosten für die Gewinnung neuer Käufer entstehen, und unterscheidet Conversions zuverlässiger nach Kundenstatus. Retention-Ziele ermöglichen höhere Gebote für inaktive Bestandskunden, bei besonders wertvollen früheren Käufern auch unter Berücksichtigung ihres erwarteten Kundenwerts.

Neue Nachfrage erschließen: Smart Bidding Exploration für PMax

ROAS steht für „Return on Ad Spend“ und zeigt, wie viel Umsatz durch jeden eingesetzten Werbe-Euro entsteht. Ein hoher Ziel-ROAS hält Google dazu an, sich auf besonders erfolgversprechende Anfragen zu konzentrieren. Dadurch können neue Absatzchancen unberücksichtigt bleiben.

Smart Bidding Exploration erlaubt eine festgelegte Abweichung vom Ziel-ROAS. So erhält Google mehr Spielraum, auch weniger offensichtliche Suchanfragen zu testen. Für Suchkampagnen ist die Funktion seit 2024 verfügbar. Seit dem 15. Juni 2026 steht Smart Bidding Exploration global und für alle Sprachen auch für PMax-Kampagnen ohne Produktfeed zur Verfügung – nicht mehr als Beta, sondern als reguläres Feature. Für Shopping-Kampagnen und PMax-Kampagnen mit Produktfeed läuft dagegen eine separate Beta.
Die Funktion eignet sich vor allem, wenn zusätzliches Wachstum wichtiger ist als ein möglichst gleichmäßiger ROAS. Mehr Spielraum kann neue Nachfrage erschließen, führt aber unter Umständen zu stärkeren Schwankungen.

Planungssicherheit: Kampagnen-Gesamtbudgets und dynamische Budgetverteilung

Bislang beruhte die Budgetsteuerung einer Performance Max Kampagne primär auf einem durchschnittlichen Tagesbudget. Für Aktionswochen, Produkteinführungen oder zeitlich begrenzte Tests waren regelmäßige Anpassungen nötig.

Kampagnen-Gesamtbudgets lösen dieses Problem nun. Für einen definierten Zeitraum wird ein fester Betrag hinterlegt, den Google abhängig von der erwarteten Nachfrage verteilt. Kampagnen-Gesamtbudgets wurden im Januar 2026 für Search, Shopping und Performance Max eingeführt und eignen sich besonders für klar begrenzte Kampagnenphasen.Statt einzelne Tagesausgaben laufend anzupassen, lässt sich das Budget damit für den gesamten Zeitraum im Voraus festlegen.

Zusätzliche Kontrolle über Zielgruppen und Aktionszeiträume

Google erweitert Performance Max 2026 um zwei interessante Möglichkeiten zur präziseren Steuerung. Mit First-Party Audience Exclusions lassen sich bestimmte eigene Kundenlisten von einer Kampagne ausschließen. Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn eine PMax-Kampagne gezielt neue Kunden erreichen und das Budget nicht erneut für bestehende Käufer einsetzen soll.

Der Promotion Mode (aktuell in Beta) richtet sich dagegen an zeitlich begrenzte Nachfragespitzen wie Rabattaktionen, Produkteinführungen oder saisonale Angebote. Für einen festgelegten Zeitraum kann Google die ROAS-Toleranz damit vorübergehend anpassen und zusätzliches Tagesbudget freigeben. Dadurch lässt sich die Ausspielung schneller erhöhen, allerdings können die Ergebnisse kurzfristig stärker schwanken.

Neukundenfokus schärfen: First-Party Audience Exclusions

Customer-Match-Listen ließen sich in Performance Max bisher nur als Zielgruppensignal hinterlegen. Sie wirkten damit als Empfehlung an die KI, nicht als verbindliche Regel. Wer gezielt Neukunden gewinnen wollte, konnte Bestandskunden also nicht wirklich ausschließen – ein Teil des Budgets floss weiterhin an Menschen, die bereits gekauft hatten.

Seit den Updates im Frühjahr 2026 lassen sich erste-Partei-Kundenlisten direkt aus einer PMax-Kampagne ausschließen. Bestandskunden, CRM-Segmente oder bereits konvertierte Websitebesucher können damit gezielt außen vor bleiben. Das Budget konzentriert sich dann stärker auf tatsächlich neue Nachfrage.

Für die Bewertung der Kampagnenleistung ist das ein erheblicher Fortschritt. Wenn ein großer Anteil der Ausspielung ohnehin auf Bestandskunden entfiel, wirkten Conversion-Zahlen und ROAS oft besser, als es der reale Neukundenbeitrag rechtfertigte. Ausschlüsse schaffen hier eine sauberere Testumgebung, um Prospecting und Retargeting voneinander zu trennen.

Zwei Punkte sind zu beachten: Die Wirkung hängt unmittelbar von der Datenqualität ab. Unvollständige Listen oder schwache Match-Raten begrenzen den Effekt. Zudem kann das Conversion-Volumen nach der Aktivierung zunächst sinken, weil Bestandskunden-Conversions wegfallen. Der Zeitpunkt der Umstellung sollte deshalb dokumentiert werden, um den Rückgang nicht als Performance-Einbruch fehlzudeuten.

Peaks planbar machen: Performance Max “Promotion Mode” für Aktionszeiträume

Saisonale Nachfragespitzen erforderten bislang manuelle Arbeit. Vor einem Aktionszeitraum wurden Budgets erhöht und Zielwerte gelockert, danach musste beides wieder zurückgesetzt werden. Vergessene Rückstellungen sind ein bekanntes Risiko dieser Routine.
Google hat am 15. Juni 2026 den Promotion Mode als Beta für Search- und Performance-Max-Kampagnen gestartet. Für einen definierten Zeitraum lassen sich damit zwei Stellschrauben zugleich vorab planen: eine temporär gelockerte ROAS-Toleranz und ein zusätzliches Tagesbudget. Nach Ablauf des Fensters kehrt die Kampagne selbstständig zu ihren Ausgangswerten zurück. Typische Anwendungsfälle sind Flash Sales, Produkteinführungen oder saisonale Aktionswochen.
Wichtig ist die Abgrenzung zur Saisonalitätsanpassung, die in der Praxis häufig verwechselt wird. Eine Saisonalitätsanpassung meldet dem Smart Bidding eine erwartete Veränderung der Conversion-Rate. Sie verändert also eine Annahme des Modells. Der Promotion Mode greift dagegen unmittelbar an den Hebeln selbst an: Er hebt das Budget an und senkt die Effizienzschwelle. Beide Werkzeuge lassen sich parallel einsetzen.
Der Promotion Mode funktioniert sowohl mit Tagesbudgets als auch mit den Anfang 2026 eingeführten Kampagnen-Gesamtbudgets. Da es sich um eine Beta handelt, ist die Verfügbarkeit noch nicht in allen Konten gegeben.

Fazit

Google Performance Max bietet 2026 deutlich mehr Einblicke und Steuerungsmöglichkeiten als noch in den ersten Jahren. Kanalberichte, Suchbegriffe, Ausschlüsse, Asset-Daten und Experimente helfen dabei, Entwicklungen besser nachzuvollziehen und Kampagnen gezielter zu optimieren.

AI Max und Performance Max bleiben eigenständige Lösungen, nähern sich bei der KI-gestützten Steuerung aber an. Smart Bidding Exploration kann zusätzliche Shopping-Nachfrage erschließen, Kampagnen-Gesamtbudgets erleichtern die Planung zeitlich begrenzter Aktionen.

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