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TGIF #20 – So reagiert die Digitalbranche auf Putins Krieg

Der Überfall Russlands auf die Ukraine sorgt weltweit für Fassungslosigkeit. Im Zeitalter von Social Media wird der Krieg nicht nur an der Front, sondern auch im Netz geführt. Cyber-Angriffe und Fake-News sind ein großes Problem. Diese Woche haben wir nur ein Thema in den News: So reagieren die unterschiedlichen Social-Media-Plattformen auf den Krieg.

Meta (Facebook & Instagram)

Die russische Regierung hat Ende Februar angekündigt, den Zugang zu Facebook in Russland einzuschränken. Zuvor hatte sich der Konzern hinter Facebook dagegen gestellt, Warnhinweise für Fake News bei Beiträgen von staatlich gelenkten Medien zu entfernen. Nun geht der Meta noch einen Schritt weiter und verbietet Anzeigen von russischen Staatsmedien komplett. Dies schränkt die Reichweite von RT, Sputnik und Co. natürlich gewaltig ein. Die EU hat darüber hinaus angekündigt, Maßnahmen zu beschließen, welche die russischen Staatsmedien aus Europa verbannen sollen. Facebook hat angekündigt, diese Maßnahmen im Falle der Verabschiedung umsetzen zu wollen.

Twitter

Um den Informationsfluss für die Nutzer in der betroffenen Region zu gewährleisten, hat Twitter ein vorübergehendes Verbot aller Anzeigen in der Ukraine und Russland angekündigt. Anzeigen sollen nicht von sicherheitsrelevanten Informationen, die nicht zuletzt von den ukrainischen Behörden über die Plattform verbreitet werden, ablenken.

Twitter weist zusätzlich darauf hin, dass Tweets zum Krieg überprüft werden, um eine falsche oder irreführende Darstellung der Geschehnisse zu erkennen. Wie Facebook versieht also auch Twitter Verlinkungen zu russischen Staatsmedien mit einem entsprechenden Warnhinweis.

Der brutale Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine hat weltweit Proteste ausgelöst. Hier zu sehen in Paris.

Alphabet (Google)

Auch die Konzernmutter von Google und YouTube hat Maßnahmen zur Sicherung der Plattform und zur Bekämpfung von Fake-News in Kraft gesetzt. Auf YouTube wurden seit Kriegsbeginn hunderte Kanäle gesperrt und Tausende Videos gelöscht, die im Zusammenhang mit Desinformationen stehen. Die Videos von etablierten Medienmarken und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten werden vom Algorithmus momentan gehäuft ausgespielt.

Darüber hinaus wurden die Kanäle der russischen Staatsmedien in Europa blockiert und können weltweit nicht mehr monetarisiert werden. Außerhalb von Europa kann allerdings noch auf die Inhalte zugegriffen werden.

TikTok

Schon jetzt bezeichnen Beobachter die Art und Weise, wie die Plattform aktuell genutzt wird, als „TikTok-Krieg“. Berichten zufolge nutzten mit Russland verbundene Gruppen TikTok, um „orchestrierte Desinformationen“ zu verbreiten und Tausende gefälschte Videos auf die Plattform hochzuladen. TikTok geht nach eigenen Angaben aktiv gegen Fehlinformationen auf seiner Plattform vor – auf welche Art und Weise und mit welcher Personalstärke, darauf wollte TikTok gegenüber Wired nicht eingehen.

Nach anfänglicher Untätigkeit der Plattform (Remember: TikTok ist ein chinesisches Unternehmen mit erheblichen Einflüssen des Staats) hat TikTok nun Inhalte von Kreml-Medien für Nutzer in der EU geo-geblockt. Nutzer außerhalb der EU können jedoch weiterhin auf diese Inhalte zugreifen.

Tinder

Unsere digitale Welt führt bisweilen zu absurden Situationen. So wurde auf der Dating-Plattform Tinder nach dem Einmarsch russischer Truppen über eigenartige Kontaktanfragen berichtet. Ukrainische Frauen berichten über Nachrichten von russischen Soldaten, die sich in voller Uniform und mit Kalaschnikow auf Tinder präsentieren. Auf Twitter wurde in den ersten Kriegstagen auch darüber berichtet, dass russische Truppenverbände mittels Tinder lokalisiert werden konnten. Absurd.

Die nationalen und internationalen Solidaritätsbekundungen auf den Krieg in der Ukraine zeigen, dass das Thema uns alle angeht. Das unmittelbare Leid trifft allerdings das ukrainische Volk. Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die direkt von dem Konflikt betroffen sind, sowie ihren Familien.

Bis nächste Woche. #TGIF

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