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Facebook Conversion-API einrichten (inkl. Plugins für WordPress & Co.)

Apple macht ernst: Nach der Ankündigung im September verschärft Apple den Datenschutz auf seiner Plattform. Das stellt neue Anforderungen an das Facebook-Tracking mit dem Pixel. Um weiterhin zuverlässig Conversions messen zu können, hat Facebook seine Conversion-API ordentlich aufgebohrt. Wir zeigen euch, wie das serverseitige Tracking von Facebook funktioniert und wie du es auf deiner Website einbindest.

Inhaltsverzeichnis

Apple vs. Facebook: Der Kampf der Giganten

Der Aufschrei war groß, als Apple im September letzten Jahres eine umfassende Reform der Privatsphäre-Einstellungen für iOS 14 ankündigte. Unter dem Motto „It’s about choice“ sollen App-Tracking-Frameworks nur noch Zugriff auf die Werbe-ID des Nutzers erhalten (und damit auf die eindeutige Möglichkeit zur Identifikation), wenn dies durch den Nutzer freigegeben wird. Geschehen soll dies über ein Pop-Up-Fenster, das sich über die App legt, die tracken möchte. Stimmt der Nutzer nicht zu, werden nur einige wenige Daten zum Conversion-Tracking übermittelt. Der Apple-eigene Browser Safari blockt bereits seit März 2020 standardmäßig Drittanbieter-Cookies – Firefox geht ähnlich rigide gegen unliebsame Werbecookies vor.

Könnten wir bald häufiger sehen: Für Conversion-Tracking erfordert iOS zukünftig eine Zustimmung des Nutzers.

Die Kampfansage von Apple für mehr Privatsphäre hat unmittelbare Auswirkungen auf Google und Facebook, deren Geschäftsmodell zu einem großen Teil auf der Gewinnung und Verarbeitung von Nutzerdaten basiert. Heißt es nun, dass wir uns von eindeutiger Erfolgsmessung von Werbekampagnen mittels Tracking-Pixel verabschieden müssen? Nicht ganz.

In Reaktion auf die Änderungen von Apple baut Facebook seine Conversion-API weiter aus. Durch die Conversion-API können Events serverseitig getrackt und über eine Schnittstelle an Facebook gesendet werden. Das Ganze passiert unabhängig von den Browserherstellern, da die Events nicht mehr nur lokal getrackt werden, sondern direkt auf dem Web-Server.

Voraussetzungen für den Einsatz der Conversion-API

Kommen wir zunächst zu den Voraussetzungen, die du für den Einsatz der Conversion-API erfüllen musst:

  • Das Facebook-Pixel muss korrekt auf der Website implementiert sein. Wichtig ist, dass die Conversion-API das Pixel nicht ersetzt, sondern nur ergänzt.
  • Um die Conversion-API einrichten zu können, musst du über einen Facebook Business Manger verfügen. Wie du diesen erstellst, erklären wir dir in unserem Onboarding-Video.
  • Du benötigst einen Zugriffsschlüssel für die Schnittstelle zu Facebook. Wie du diesen im Zuge der Einrichtung anlegst, erklären wir dir.

So funktioniert das serverseitige Event-Tracking

Durch die Conversion-API kannst du Conversions wie zum Beispiel das Abschicken eines Kontaktformulars oder den Abschluss einer Bestellung in deinem Online-Shop direkt auf deinem Web-Server tracken. Das bringt einige Vorteile mit sich:

  • Die Erfassung von Conversions funktioniert auch ohne die Erhebung von Drittanbieter-Cookies.
  • Die Erfassung von Conversions funktioniert trotz einer Blockade des Facebook Pixels (zum Beispiel mit einem Ad-Blocker).
  • Die Erfassung von Conversions funktioniert schneller, was sich positiv auf die Ladezeit deiner Website auswirken kann.
Mit der Conversion-API von Facebook werden auch Events an Facebook gesendet, wenn der Facebook Pixel blockiert wurde.

Die Daten werden weiterhin im Client erhoben und auf deinem Web-Server weiterverarbeitet – die Datenerhebung mit der API klappt jedoch auch, wenn das Facebook Pixel im Client blockiert werden sollte. Auf dem Server wird dann ein Tracking-Code ausgeführt, der die gesammelten Events an die eigentliche Facebook-API auf den Servern von Facebook sendet. Dort werden die Daten aus der API und die des Facebook-Pixels zusammengeführt – die Conversion-API ergänzt also das Tracking mittels Facebook Pixel. Du musst den Pixel zwingend eingerichtet haben, um die Conversion-API nutzen zu können.

Sollte Apple seinen Plan durchziehen und Pixel-Tracking tatsächlich ab Q1 2020 nur noch nach Bestätigung des Nutzers erlauben, dürfte die Conversion-API von Facebook schlagartig an Relevanz gewinnen. Wir empfehlen unseren Kunden daher, schon jetzt Conversion-API und Facebook Pixel parallel einzusetzen, um entsprechend vorbereitet zu sein. Meistens muss in diesem Zuge auch der Datenschutz angepasst werden. Über die Conversion-API kannst du perspektivisch auch Kundeninteraktionen messen, die dein Pixel nicht erfassen kann wie zum Beispiel, wenn eine Bestellung aus deinem Online-Shop zurückgesendet wird. 

Über doppelt gezählte Events und Conversions musst du dir übrigens keine Gedanken machen. Wird ein Event sowohl durch den Pixel als auch durch die Conversion-API erkannt, so erkennt Facebook dies und legt beide Conversions in einer zusammen.

Facebook Conversion-API installieren: 3 Möglichkeiten gibt es

Kommen wir nun zur Integration. Um die Conversion-API von Facebook auf deiner Website anzubinden, gibt es insgesamt 3 Möglichkeiten:

  • Über ein Plugin in deinem Content Management System oder Shopsystem (eine Liste findest du unten)
  • Über eine eigene Integration im Google Tag Manager (Serverseitig) – ggf. entstehen hier zusätzliche Server-Kosten
  • Über eine eigene Facebook-App, die direkt mit deinem Server verbunden ist – hier benötigst du definitiv einen Developer
Für verschiedene Plattformen sind bereits Plugins für die Facebook Conversion-API verfügbar.

Grundsätzlich ist die erste Option am einfachsten umzusetzen. Wenn für dein System kein vorgestelltes Plugin verfügbar ist, solltest du auf den Google Tag Manger (Serverseitig) zurückgreifen. Die dritte Variante funktioniert über eine eigene Facebook-App, die durch einen Entwickler programmiert und bei Facebook zur Überprüfung eingereicht werden muss. Hierbei hast du die meisten Möglichkeiten und kannst individuelle Anweisungen an die Conversion-API von Facebook senden – ein Entwicklungspartner für Facebook-Apps ist jedoch Voraussetzung.

Schauen wir uns nun also die Integration über ein Plugin an. Für einige Website-Systeme sind bereits entsprechende Plugins für die Facebook Conversion-API verfügbar.

Facebook Conversion-API bei WordPress einrichten

Die Conversion-API lässt sich bei WordPress über das Plugin „Facebook for WordPress“ einrichten. Das Plugin stammt direkt von Facebook.  Um die Einrichtung zu starten, klickst du im Business Manager unter “Unternehmenseinstellungen” auf deinen Facebook Pixel. Im Anschluss wählst du den Button “Im Events-Manager öffnen”.

Wenn du deinen Facebook Pixel aufrufst, wird dir die Einrichtung der Conversion-API bereits vorgeschlagen.

Im Anschluss wählst du den Punkt “Einstellungen”, um zu den Einstellungen zur Conversion-API zu kommen. Vor der Umbenennung hieß dieser Punkt noch “Server-side Events”.

Nun hast du die Wahl, die manuelle Integration über einen Entwickler anzustoßen oder eine Partnerintegration zu nutzen. Da wir das WordPress-Plugin von Facebook nutzen wollen, wählen wir “Partner auswählen” und anschließend “WordPress”.

Die Einrichtung des WordPress-Plugins sollte ziemlich selbsterklärend sein. Wir gehen die einzelnen Schritte trotzdem noch einmal der Reihe nach durch:

Um die Verbindung zwischen deinem Web-Server und der API zu ermöglichen, muss das WordPress-Plugin installiert und eingerichtet werden.

 

  1. Im ersten Schritt wählst du die Features, die du mit dem Plugin nutzen möchtest. Der “Erweiterte Abgleich” der Pixel-Daten sollte in Deutschland aus Compliance-Gründen nicht genutzt werden. Einen Haken setzt du beiConversion-API nutzen”.
  2. Über den Klick auf “Zugriffsschlüssel erstellen” wird ein individueller Schlüssel für die Conversion-API erstellt.

    Wichtig: Facebook speichert den API-Schlüssel nicht im Business Manager, speichere den Schlüssel unbedingt an einem sicheren Ort ab. Auf gar keinen Fall solltest du API-Schlüssel jemals an andere Personen weitergeben.
  3. Im nächsten Schritt kannst du das WordPress-Plugin für die Facebook-API herunterladen, indem du auf “Herunterladen klickst”. Du erhältst eine ZIP-Datei mit dem Plugin.
  4. Nun geht es im Admininterface von WordPress weiter. Unter “Plugins” -> “Installieren” -> “Plugin hochladen” kannst du das Facebook-Plugin installieren.
  5. Nach Abschluss der Installation klickst du auf “Plugin aktivieren”. In der Regel sollte dir WordPress daraufhin unter “Plugins” bereits ein Update des Plugins anbieten. Hier wählst du “Jetzt aktualisieren”. Sollte das automatische Update nicht funktionieren, kontaktiere deinen Webhosting-Anbieter. Aus Sicherheitsgründen solltest du deine Plugins immer aktuell halten.

Daraufhin musst du dich mit deinem Facebook-Konto anmelden. Klicke unter “Plugins”  bei “Facebook for WordPress” auf die Einstellungen, um den Setup zu starten. Achte hierbei darauf, dass du dich mit dem Benutzerkonto anmeldest, welches du auch für deinen Business Manager verwendest. Danach musst du den Business Manager, das Werbekonto und den Facebook-Pixel auswählen, mit welchem du die Conversion-API benutzen möchtest. Den “Erweiterten Abgleich” solltest du wie bereits beschrieben deaktivieren.

Nachdem die Verbindung zu Facebook hergestellt wurde, sollte die Information in WordPress wie folgt aussehen.

Sobald die Verbindung deiner Website zu Facebook besteht, wird dir eine Bestätigung in WordPress angezeigt.

Die Conversion-API von Facebook ist nun mit WordPress verknüpft. Zum Abschluss kannst du mit dem Button “Events testen im Events Manager” prüfen, ob die Events vom Facebook Pixel korrekt bei Facebook ankommen. Neue Events können über den Events Manager angelegt werden. Sollte bei deinem Pixel noch nicht “Aktiv” stehen, rufe deine Website auf und schaue nach einigen Minuten noch einmal im Events Manager nach. Sollten immer noch keine Events auftauchen, kannst du mit der Browser-Erweiterung Facebook Pixel Helper prüfen, ob die Integration geklappt hat.

Achtung: Bitte beachte, dass das Plugin von Facebook gleichsam auch den Facebook Pixel integriert. Solltest du den Facebook Pixel vorher bereits in deiner WordPress-Seite integriert haben, kannst du die alte Integration nun entfernen, um die doppelte Erhebung von Events zu vermeiden.

Facebook Conversion-API bei Shopify einrichten

Das Shopsystem Shopify hat die Conversion-API von Facebook bereits von Haus aus integriert. Um die Conversion-API mit Shopify nutzen zu können, gehst du wie folgt vor:

  • Im Interface von Shopify wählst du bei den Channels den Kanal „Facebook“ aus
  • Solltest du dies noch nicht getan haben, musst du im nächsten Schritt deinen Facebook-Account mit Shopify verknüpfen. Wähle auch hier dein Konto mit Adminrechten in deinem Business Manager.
  • Nachdem dein Facebook Pixel verknüpft wurde, kannst du in der linken Seite unter „Data Sharing Settings“ die Tracking-Einstellungen vornehmen. Um die Conversion-API zu nutzen, musst du hier den Reiter „Maximum“ auswählen.
Bevor zu die Maximal-Einstellung in Shopify wählst, solltest du deine Datenschutzbestimmungen prüfen.

Obacht, Datenschutz!: Diese Einstellung hat Einfluss darauf, welche Daten von deinem Shopify-Shop ohne die Freigabe durch den Nutzer an Facebook gesendet werden. Stelle daher sicher, dass du deine Nutzer im Rahmen deiner Datenschutzvereinbarung und deines Cookie-Banners darauf hinweist, welche Daten übertragen werden. Hierzu musst du ggf. Rücksprache mit deinem Ansprechpartner für rechtliche Fragen halten. Wir können dir leider keine Rechtsberatung anbieten.

Facebook Conversion-API bei Magento einrichten

Für das Shopsystem Magento gibt es leider noch kein Plugin für die Facebook Conversion-API. Du kannst hier die Integration über den Google Tag Manager oder über das Automatisierungs-Tool „Zapier“ nutzen. Eine Anleitung zur Integration über Zapier findest du auf der Website des Anbieters. Auf die Integration mittels des Google Tag Managers (Serverseitig) kommen wir weiter unten zu sprechen. Bei Fragen helfen wir dir natürlich weiter.

Facebook Conversion-API bei WooCommerce einrichten

Das beliebte Shopsystem WooCommerce gliedert sich nahtlos in deine WordPress-Installation ein. Um die Conversion-API mit WooCommerce zu nutzen, kannst du auf das offizielle Plugin „Facebook for WooCommerce“ zurückgreifen. Die Einrichtung funktioniert analog zu der Einrichtung des WordPress-Plugins, die weiter oben erklärt ist. Nachdem du über “Über Partnerintegration einrichten” den Assistenten gestartet hast, wählst du “WooCommerce” aus und folgst den Anweisungen im Facebook Business Manager. Alternativ kannst du die Conversion-API auch mit dem Drittanbieter-Plugin PixelYourSite Pro in WooComerce einbinden, hier sind bereits mehr Datenschutz-Optionen für den deutschen Markt verfügbar.

Facebook Conversion-API für alle anderen Website-Systeme einrichten

Solltest du nicht über eines der erwähnten Website-Systeme verfügen, kannst du die Conversion-API von Facebook dennoch nutzen. Jedoch muss die Integration dann manuell über den Google Tag Manager (Serverseitig) oder eine eigene Facebook-App erfolgen. 

Da die Events direkt von deinem Web-Server an die Server von Facebook geschickt werden, muss du einen Server-seitigen Tag Management-Container einrichten. Das ist leider nicht ganz so trivial wie die Einrichtung von Client-seitigen Containern im Google Tag Manager. Der Benutzer “simoahava” hat jedoch bereits Vorlagen für den Einsatz der Conversion-API im Google Tag Manager (Serverseitig) erstellt. Die Vorlagen kannst du auf Github herunterladen.

Die Einrichtung des serverseitigen Trackings ist damit kein Hexenwerk mehr, jedoch ist es empfohlen, dass du bereits Erfahrungen im Umgang mit dem Google Tag Manager hast. Der Google Tag Manager (Serverseitig) ist nur im Testbetrieb kostenlos, für den produktiven Betrieb können Kosten bei Google Cloud entstehen. Wenn du dich in das Thema einlesen möchtest, findest du ausführliche Erklärungen auf dem Blog von Simo Ahava. Bei Fragen zur Integration stehen wir dir natürlich auch zur Seite.

Facebook Conversion-API und der Datenschutz

Je nachdem, welche Cookie-Management-Software du bei dir auf der Website benutzt, musst du die Verbindung zu Facebook nun noch daran anpassen. Wichtig ist, dass du darauf achtest, dass die Verbindung zu Facebook erst nach der Bestätigung deines Cookie-Banners auf der Website hergestellt wird. Die Einrichtung unterscheidet sich hierbei je nach Cookie-Management-Software wie z.B. Cookiebot, Usercentrics oder CookieFirst. Schau auf der Website deines Anbieters vorbei, um dich über die korrekte Implementation des Facebook Pixels zu informieren. Außerdem ist es zwingend erforderlich, dass du den Facebook Pixel in deine Datenschutzbestimmungen mitaufnimmst. Bei Fragen zur technischen Realisation stehen wir dir gerne zur Verfügung.

Facebook Conversion-API einrichten lassen

Die Einrichtung der Facebook Conversion-API ist nicht ganz trivial – wird durch den zunehmenden Druck von Anbietern wie Apple oder Firefox aber immer wichtiger. Ich hoffe, wir konnten dir einen Überblick über die notwendigen Schritte zur Einrichtung geben. Falls du keine Zeit oder Ressourcen für die Einrichtung hast, kannst du unseren Einrichtungs-Service in Anspruch nehmen. Wir übernehmen dann die komplette Einrichtung der Facebook Conversion-API auf deiner Website oder deinem Online-Shop. Nimm dazu gerne Kontakt zu uns auf. 

Vielen Dank, dass du dir unseren Leitfaden für die Einrichtung der Facebook Conversion-API durchgelesen hast. Wir wünschen viel Erfolg mit dem Einsatz der Facebook Conversion-API!

Tobias Lübke
Tobias Lübke

Als Google-Ads-Professional verantwortet Tobias den Bereich Search Engine Marketing der Agentur. Wenn er gerade nicht auf der Suche nach dem perfekten Ranking ist, optimiert er Conversion- und Analytics-Prozesse beim Kunden.

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