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Effektive Neukundengewinnung mit Lookalike Audiences

Bei all den Datenmengen im Facebook-Kosmos liegt es nahe, dass kein anderes Medium eine so präzise Neukundenansprache ermöglicht wie der Zuckerberg-Konzern. Doch vor allem interessensbasierte Zielgruppen eignen sich meist nur zu Beginn einer Kampagne, wenn keine bestehenden Daten verfügbar sind. Falls doch, gibt es eine weitaus performantere Zielgruppenauswahl: Die Lookalike Audiences. Was es mit diesen statistischen Verhaltenszwillingen auf sich hat und wie ihr diese erstellt, erfahrt ihr im folgenden Beitrag.

lookalike audiences

Was sind Lookalike Audiences?

Lookalike Audiences sind Zielgruppen, die euren bereits konvertierten Nutzern mit großer Wahrscheinlichkeit ähneln. Aus diesem Grund eignet sich dieser Zielgruppen-Typ ideal, um neue Kunden zu erreichen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Interesse für euer Angebot besitzen – bisher aber noch keine Berührungspunkte mit dem eigenen Unternehmen hatten. Die Lookalike Audiences haben den Vorteil, dass sie auf euren Custom Audiences mit individuellen Nutzern basieren, die es in der Konstellation nur bei euch gibt (beispielsweise eure Käufer). Denn: Wenn ihr eine Lookalike Audience aus euren bisherigen Käufern erstellt, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass eure Konkurrenz dieselben Käufer und somit auch dieselbe Lookalike Audience besitzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eure Konkurrenz ähnliche Interessen bei dem Targeting mit Core Audiences auswählt, ist dementsprechend viel höher. Fazit: Ihr habt mit Lookalike Audiences eine individuelle Zielgruppenauswahl, die (meist) mit geringen Akquisekosten verbunden ist.

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© CONTXT 2020 – eigene Darstellung

Wie erstelle ich eine Lookalike Audience?

Um eine Lookalike Audience zu erstellen, navigiert ihr über das Business-Tools-Menü zu den „Zielgruppen”. Seid ihr in der Objektbibliothek angekommen, könnt ihr mit einem Klick auf den Button „Zielgruppe erstellen” die Lookalike Audiences auswählen. Nun erscheint folgendes Pop-up:

lookalike audiences

Quelle: facebook.com (2020)

Im obersten Feld „Quelle” könnt nun eine Datenquelle auswählen, zu der ähnliche Nutzer in der Facebook-Datenbank gefunden werden sollen. Ihr habt die Auswahl zwischen bestehenden Custom Audiences oder einer vorhandenen Facebook-Seite, von der ihr Administrator seid. Falls ihr meinen vorherigen Artikel über Custom Audiences verpasst habt, könnt ihr ihn hier nachlesen: Die Macht von Custom Audiences. Die zweite Möglichkeit ist, eine Lookalike Audience basierend auf euren Facebook-Followern zu erstellen. Wenn ihr also das Gefühl habt, eure Fans sind wertvolle Kunden, könnt ihr auch die Facebook-Seite im Dropdown-Menü auswählen.

Tipp: Ihr könnt nur eine Lookalike Audience aus Custom Audiences erstellen, wenn sich in der Datenquelle mindestens 100 Nutzer befinden. Je höher die Nutzerzahl, desto performanter sind die Ergebnisse. Ideal sind 1.000 Nutzer und mehr.

Im nächsten Feld „Standort” tragt ihr nun eine Zielregion ein, in der Facebook ähnliche Nutzer finden soll. Hier ist nicht nur die Auswahl eines Landes möglich. Wenn ihr in mehreren Ländern werben möchtet, könnt ihr auch mehrere Zielregionen angeben – beispielsweise für die DACH-Region “Deutschland, Schweiz und Österreich”. Wenn ihr zuerst einmal testen wollt, in welchen Ländern sich euer Angebot am besten vermarkten lässt, empfiehlt es sich, für jede Zielregion eine separate Lookalike Audience zu erstellen.

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Quelle: facebook.com (2020)

Hinweis: Eure Datenquelle (Custom Audience) muss keine Personen im Land oder einer Region enthalten, in der ihr mittels Lookalike Audiences werben möchtet. Beispiel: Ihr habt rund 1.000 Käufer in eurem lokalen Geschäft in Deutschland und verwendet diese Datenquelle zur Erstellung einer Lookalike Audience in Kanada. Facebook sucht dann Nutzer im Ausland, die ein ähnliches Verhalten aufweisen wie die Datenquelle im Inland. Zwar ist nicht jede Kultur und jedes Verhalten in den Ländern identisch, aber es ist ein sehr starkes Instrument, um das eigene Angebot schnell und effizient über die Landesgrenzen hinweg zu skalieren.

Fast geschafft: Der letzte Regler, die „Zielgruppengröße”, stellt eine Skala von 1 Prozent bis 10 Prozent dar und meint, wie ähnlich die neuen Nutzer eurer Datenquelle sein sollen. 1 Prozent bedeutet die höchste Ähnlichkeit und 10 Prozent die geringste. Nun stellt ihr euch vielleicht die Frage, wieso ihr in diesem Fall nicht einfach immer 1 Prozent auswählt, um möglichst ähnliche potenzielle Kunden anzusprechen? Ganz einfach: 1 Prozent stellt einen nominalen Anteil eurer ausgewählten Zielregion dar. Beispiel: Ihr wählt eine Zielregion aus, die 10.000 Nutzer umfasst. Mit der Erstellung einer Lookalike Audience mit 1 Prozent erhaltet ihr eine Zielgruppe mit nur 100 Nutzern, die eurer Datenquelle am ähnlichsten sind. Ihr müsst demnach abwägen: Mit einer größeren Zielgruppe erhöht sich eure potenzielle Reichweite, die Ähnlichkeit der Nutzer zu der Datenquelle sinkt jedoch. Ein guter Richtwert ist meist die Größe des Marktes: Während ihr in Deutschland mit 1 Prozent bereits über 33 Millionen Nutzer erreicht, müsst ihr in der restlichen DACH-Region höhere Prozentzahlen für eine vergleichbare Reichweite auswählen. Je nach euren Geschäftszielen und der resultierenden Performance solltet ihr also entsprechend skalieren.

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Quelle: facebook.com (2020)

Tipp: Im Dropdown bei “Anzahl der Lookalike Audiences” könnt ihr direkt mehrere Lookalike Audiences erstellen und habt somit die Möglichkeit, verschiedene Zielgruppengrößen nacheinander zu testen. Fangt also beispielsweise mit 1 Prozent an und tastet euch dann langsam nach oben, bis die Kampagnenergebnisse sich nicht weiter verbessern. Dies könnt ihr in den Werbeanzeigenberichten überprüfen.

Ich hoffe, euch mit meinen Tipps wertvolle Impulse für die eigene Kampagnenplanung gegeben zu haben und freue mich darauf, von euren Ergebnissen zu hören. In naher Zukunft warten für alle Wissenslevel weitere spannende Artikel. Wenn ihr Rat bezüglich Optimierungspotenzialen benötigt, kontaktiert mich gerne.

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