20. Februar 2026

TikTok Ads

Wie wähle ich die richtige TikTok-Gebotsstrategie?

Um bei TikTok Kampagnen eine gute Performance zu erreichen, sollte auf ein Zusammenspiel zwischen Technik und Content gesetzt werden. Die richtige Gebotsstrategie legt einen wichtigen Grundstein um profitable zu skalieren. Unterschieden wird bei den Strategien zwischen “Kostenbasierter” und “Ausgabenbasierter” Strategie. Wie ihr das für eure Kampagnen nutzt, erfahrt ihr im Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Strategiewahl nach Datenlage: „Ausgabenbasiert“ vs „Kostenbasiert“
  • Die 50-Conversions-Regel: Eine Adgroup benötigt ca. 50 Conversions pro Woche, um die instabile Lernphase zu verlassen.
  • Bid-to-Budget Ratio (10x-20x): Das Tagesbudget sollte das 10- bis 20-fache deines Ziel-Gebots betragen.
  • Creative-First-Ansatz: Der Content schlägt die Technik. 
  • Ganzheitliche Messung: Gebotsstrategien funktionieren nur mit guter Datenbasis.

TikTok ist ein ideales Medium, um gezielt Aufmerksamkeit auf Angebote zu lenken, da die Plattform eine enorme Reichweite und hohe Engagement-Raten verzeichnet. Für TikTok Ads ist die Plattform vor allem zum Erreichen jüngerer Zielgruppen nicht mehr wegzudenken und geht mit einem hohen Kaufinteresse der Nutzer einher.
Über verschiedene Gebotsstrategien lassen sich dabei unterschiedliche Business-Ziele erreichen. Die Auswahl der passenden Gebotsstrategie in der auktionsbasierten TikTok-Umgebung ist entscheidend für die wirkungsvolle und kosteneffiziente Ausspielung der Ads. Die wichtigsten TikTok-Gebotsstrategien und wie du damit deine gewünschten Business-Erfolge erzielst, erfährst du in diesem Blogartikel.

Die strategische Grundlage für skalierbare Performance

Um die Funktionsweise von TikTok Ads zu verstehen, ist es wichtig, zunächst die grundlegende Mechanik hinter der Budgetsteuerung zu verstehen. Zu diesem Thema gibt es bereits einen Artikel der CONTXT-Argentur, den du unter folgendem Link findest: https://contxt-agentur.de/blog/tiktok-ads/tiktok-ads-kosten/.
Jede Kampagne beginnt mit einer strategischen Einordnung der Art des Bietens.

Ausgabenbasiert vs. Kostenbasiert

Im TikTok Ads Manager wird primär zwischen zwei Ansätzen unterschieden, die je nach Kampagnenziel und Datenlage gewählt werden sollten. Es wird zwischen “Ausgabenbasiert” und “Kostenbasiert” unterschieden. Die richtige Wahl diesbezüglich kann über Erfolg und Misserfolg der Skalierung entscheiden.

Ein Blick auf die Dynamik der Gebote empfiehlt sich vor allem dann, wenn die technischen Grundgegebenheiten unklar sind. Hier das Fehlerpotenzial zu minimieren, legt den richtigen Grundstein für eine erfolgreiche Kampagne. Meistens ist es sinnvoll, über die maximale Auslieferung (“Ausgabenbasiert”) einzusteigen. Für neue Kampagnen bietet diese Strategie einen hohen Automatisierungsgrad, bei dem dem Algorithmus die Verantwortung des Budget Managements übertragen wird. Hier gibt man kein festes Gebotslimit vor – das System wird hierdurch angewiesen, das gesamte Tagesbudget bis Mitternacht auszugeben und dabei das Maximum an Ergebnissen zu erzielen. Der Vorteil hierbei ist, dass schnell eine hohe Reichweite erlangt wird und viele Daten generiert werden.
Aus unserer Erfahrung (stimmt das?) ist das eine sinnvolle Strategie für die Learning Phase, denn: Bei TikTok ist es wichtig, auf 50 Conversions pro Woche zu kommen um die Lernphase abzuschließen. Dies sollte dadurch schnellstmöglich erzielt werden können, weil das System bei dieser Gebotsstrategie mitbietet und die Ausspielung somit frühzeitig stabilisiert.

Ein Nachteil zeigt sich jedoch bei einem hohen Wettbewerbsdruck, der zum Beispiel am Black Friday entstehen kann. In diesen Phasen führt der Wettbewerb dazu, dass der CPA massiv schwankt und der Algorithmus immer höher mitbietet, um in der Flut der Gebote sichtbar zu bleiben. Da hier allerdings keine Preisobergrenze gesetzt ist, wird die Kampagne weniger steuerbar und die Kosten pro Ergebnis sind im Vorfeld nur schwer vorhersehbar.

Das würde mit dem Cost-Cap (“Kostenbasiert”) und der damit einhergehenden Strategie nicht passieren. Es wird eine Kostenobergrenze eingestellt, wodurch man mehr Kontrolle über sein Budget ausüben kann. Der sogenannte Cost-Cap (= Gebotsobergrenze) setzt eine klare Bedingung für eure Conversions, weshalb eure Ausgaben planbar und vorhersehbar sind.

Hierfür wird ein verlässlicher Benchmark-CPA benötigt, den man über den Einstieg (“Ausgabenbasiert”) schon verzeichnen kann. Somit ist ungefähr bekannt, was ein Kunde im Durchschnitt kosten darf bzw. sollte. Bei diesem Ansatz wird manuell ein Gebot festgelegt (z. B. maximal 5,00 € pro Kauf) und somit die eigene Preisspanne kontrolliert. Gleichzeitig wird verhindert, dass das Budget ineffizient ausgegeben wird. Dieser Ansatz erfordert jedoch Fingerspitzengefühl: Ist das Gebot zu niedrig angesetzt, verliert man die Auktionen gegen MitbewerberInnen. Wenn das passiert, lauft ihr Gefahr, dass eure Anzeigen gar nicht erst ausgespielt werden.

Tipp: Geht strategisch vor. Nutzt zunächst die „Maximale Auslieferung“, um belastbare Daten und euren Benchmark-CPA zu ermitteln. Erst wenn diese Werte bekannt sind, sollte auf „Kostenbasiert“ umgestiegen werden, um die Kosten langfristig stabil zu halten.

Infobox: Wichtig zu beachten ist jedoch, dass die Gebotsstrategie nur ein Teil der Miete ist.
Für den Erfolg eurer Optimierung ist auch die Attribution – also die Logik, wie TikTok Verkäufe euren Anzeigen zuordnet – von Wichtigkeit.
Da der Algorithmus auf Basis der gemessenen Daten lernt, hat das Attributionsfenster (z. B. 7-Tage-Klick vs. 1-Tag-Ansicht) direkten Einfluss darauf, wie „schlau“ sich deine gewählte Gebotsstrategie verhalten kann.

Fortgeschrittene Ansätze: VBO und die Macht des Wertes

Verfügt euer E-Commerce-Kunde bereits über eine solide Datenbasis auf TikTok, kann auch die Value Based Optimization (VBO) die richtige Strategie für eine Next-Level-Skalierung sein. VBO verschiebt den Fokus auf die Rentabilität (ROAS), während die anderen Strategien darauf abzielen, eine möglichst hohe Anzahl an Conversions zu generieren.

Der Algorithmus kann hier gezielt potenzielle “High-Spender“ ansprechen, also Personen, die zu größeren Warenkörben neigen. Simpel aber effektiv. Hierbei ist ein einwandfreies Tracking via TikTok Pixel und (im besten Fall) der Conversion API unerlässlich. Die tatsächlichen Umsatzwerte müssen nämlich in Echtzeit an die Plattform übermittelt werden, damit der Algorithmus lernen kann, welche Zielgruppen den höchsten Wert für den Kunden oder euer Business-Ziel generieren.

Der technische Rahmen: Abrechnungsmodelle für TikTok Ads im Überblick

Je nachdem, welches Ziel man mit seinen TikTok Kampagnen verfolgt, kann es hilfreich sein zu verstehen wie die Plattform abrechnet. Die Tabelle zeigt die verschiedenen Abrechnungsmodelle, damit die Effizienz der Kampagnen vollends bewertet werden kann.

Methode Name Bedeutung Typisches Ziel
oCPM
Optimized CPM
Preis pro 1.000 Einblendungen, optimiert auf Conversions.
Verkäufe, Leads
CPC
Cost per Click
Du zahlst nur, wenn jemand klickt.
Traffic
CPV
Cost per View
Du zahlst pro Aufruf (ab 6 Sek. oder Interaktion).
Awareness
CPM
Cost per Mille
Starrer Preis pro 1.000 Einblendungen.
Reichweite

Die drei goldenen TikTok Ads Regeln für 2026

Leider garantieren die richtige Technik und die richtige Gebotsstrategie noch keinen Erfolg. Die folgenden drei Ansätze sind daher wichtig, um über den langfristigen Erfolg oder Misserfolg einer Kampagne zu entscheiden:

I. Die 50-Conversions-Regel

Wie bereits geschrieben, kann die sogenannte „Learning Phase“ nur mit etwa 50 Conversions innerhalb von sieben Tagen erfolgreich abgeschlossen werden. In dieser Phase experimentiert das System massiv, was zu extrem schwankenden Preisen führen kann. In dieser Phase ist Geduld angesagt. Änderungen am Budget, am Targeting oder den Creatives setzen den Lernprozess des Algorithmuses auf Null und kann im schlimmsten Fall verhindern, dass die Kampagne jeweils ihre volle Effizienz erreicht. Merke: Der Algorithmus ist immer nur so schlau, wie die Daten, die über eine gewisse Zeitspanne generiert werden.

II. Das ideale Bid-to-Budget Ratio

Damit die KI effektiv arbeiten kann, darf das Budget nicht zu niedrig angesetzt werden. Eine gute Formel ist hierbei die 10x-20x Formel: Das Tagesbudget sollte mindestens das 10- bis 20-fache des angestrebten Ziel-Gebots betragen. Generell ist es wichtig, dass ein Gesamtbudget von mind. 50 € auf Kampagnenebene und 20 € auf Ad-Ebene bei TikTok nicht unterschritten werden darf. Wenn der Ziel-CPA 5 € beträgt, sollte das Tagesbudget zwischen 50 und 100 € liegen. Ohne diesen monetären Puffer kann der Algorithmus nur in kleinem Rahmen in ausreichend Auktionen versuchen zu gewinnen. Das kann dann zur Folge haben, dass die Anzeigen wenig bis gar nicht mehr ausgespielt werden.

III. Creatives schlagen Gebote

Die Kampagnenoptimierung liegt heute in großen Teilen bei der KI und automatisiert somit teilweise Prozesse, die ursprünglich manuell vorgenommen wurden. Durch die KI hat sich der Wettbewerbsvorteil weg vom rein technischen Kampagnen-Management, hin zu den eingesetzten Creatives selbst verschoben. Der „Hook“ – also die ersten zwei Sekunden eures Videos – entscheidet über alles. Wenn der Content die NutzerInnen nicht sofort anspricht, wird bei TikTok eine niedrige Relevanz-Bewertung hinterlegt. Um dem entgegenzuwirken, müsste das System das Gebot künstlich erhöhen, was die Kosten in die Höhe treibt. Somit ist ein gutes Creative mit am wichtigsten, um die effektiven Kosten zu senken, da TikTok Relevanz und Nutzererfahrung über das eingesetzte Budget stellt.

https://ads.tiktok.com/business/en-US/inspiration/toyota-auto-ads-case-study

CONTXT_Blog-Schaubilder_XAdsManager_1
Quelle: X

Fazit: TikTok Ads Gebotsstrategien

Das jeweilige Business-Ziel gibt vor, welches Werkzeug individuell gesehen das “richtige” ist. Die Gebotsstrategie ist hier der äußere Rahmen, der festlegt, wie der Algorithmus für euch arbeiten kann.

Es ist empfehlenswert für einen erfolgreichen Start, zunächst mit der maximalen Auslieferung Vertrauen beim Algorithmus aufzubauen und wertvolle Daten in der Learning Phase zu sammeln. Sobald genug Daten hinterlegt sind und sich ein stabiler Benchmark-CPA abzeichnet, ist der Wechsel auf “Ausgabenlimit” oder bei einer E-Comm-Kampagne auf VBO der nächste sinnvolle Schritt, um die Profitabilität der Kampagne langfristig zu sichern.
Nicht zu vergessen ist, dass der wahre Hebel für skalierbare Erfolge das Creative bleibt. Strategisches Bidding mit authentischem, nutzerzentriertem Content zu verbinden ist im Endeffekt der Schlüssel für eine erfolgreiche Kampagne.

💡 Quick-Check: Mindestbudgets auf TikTok

  • Kampagnenebene: Mindestens 50 € pro Tag
  • Anzeigengruppenebene: Mindestens 20 € pro Tag

Unsere Empfehlung: Plant für eine erfolgreiche Learning Phase eher mit 50 € bis 100 € pro Anzeigengruppe und Tag, um die 50-Conversions-Hürde sicher zu erreichen.

Bild von Carolin Raatz
Carolin Raatz

Carolin trägt Mitverantwortung bei uns im Bereich Social Ads. Neben der Entwicklung von Performance-starken Anzeigen unterstützt sie unser Team und unsere Kunden rund um die Themen Ads Management und Kampagnenoptimierungen.

Du findest den Beitrag interessant? Neue Artikel im Newsletter erhalten.

Folge uns auf LinkedIn