6. Januar 2024

Conversion Tracking

GA4 Update 2024: Das ist neu in Google Analytics!

Google Analytics ist ein Tool zur Webanalyse, das ständiger Weiterentwicklung unterworfen ist. Nachdem Google die Version 4 seiner populären Software veröffentlicht hat, sind viele neue Funktionen hinzugekommen. Das sind die neuen Features im Update 2024!

Inhaltsverzeichnis

Google Analytics 4: Kontinuierliche Updates

Vor einigen Monaten wurde Google Universal Analytics abgeschaltet und Google Analytics 4 wurde für Websitebetreiber zur Pflicht. Beim ersten Blick auf das neue Tool haben einige nicht schlecht gestaunt: Viele Funktionen der sehr beliebten Webanalyse-Software waren in Version 4 nicht mehr vorhanden. In den letzten 6 Monaten hat der Suchmaschinenkonzern auf die Kritik reagiert und konsequent neue (und teilweise alte) Funktionen (wieder) eingebaut. Wie wir es von Google gewohnt sind, wurden die Features still und heimlich gelauncht, weswegen wir nicht immer ein konkretes Veröffentlichungsdatum finden konnten. Alle Funktionen, die wir vorstellen, wurden in jedem Falle im Zeitraum der zweiten Jahreshälfte 2023 veröffentlicht. Das sind die wichtigsten Updates von Google Analytics 4 2024:

Neues, zentrales Einstellungsmenü

Als erstes fällt das neue, zentrale Menü für Einstellungen ins Auge. Während es in der Vergangenheit ein Einstellungs- und ein Verwaltungsmenü in GA4 gab, haben wir nun nur noch eine Ansicht, in der wir alle Einstellungen vornehmen. Das Menü ist eingeteilt in Kontoeinstellungen, die das gesamte Analytics-Konto betreffen, und Property-Einstellungen. In den Property-Einstellungen können wir zum Beispiel Nutzer für eine einzelne Property freigeben oder einstellen, welche Daten innerhalb einer Google Analytics-Property erhoben werden sollen. Unter “Meine Einstellungen” finden sich (noch etwas komisch benannt) die Account-bezogenen Einstellungsoptionen, die sich ausschließlich auf dein persönliches Google-Nutzerkonto auswirken. Das neue, einheitliche Settings-Menü ist eindeutig strukturiert und eine große Erleichterung bei der Einrichtung einer neuen Google Analytics 4-Property.

Änderungen an der Property nachvollziehen

Der neue Änderungsverlauf von einer Property gibt Aufschluss darüber, wann welche Änderungen an der Property durchgeführt wurde. Hier könnt ihr zum Beispiel einsehen, wann ein neuer Nutzer zur Property hinzugefügt wurde oder wann die Einstellungen zur Datenerhebung angepasst wurden. Sollte euer Google Analytics also auf einmal keine Daten mehr enthalten und solltet ihr einen Schuldigen suchen, schaut doch mal im Änderungsverlauf nach.

Von Nutzern bereitgestellte Daten einspeisen

Um die Funktionen rund um die “Erweiterten Conversions” von Google zur Verfügung zu stellen, müssen von Nutzern bereitgestellte Daten in Google Analytics eingespeist werden. In der Regel sind dies zum Beispiel E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Vor- und Nachname des Nutzers, wie sie zum Beispiel bei einer Bestellung im Online-Shop erfasst werden. Google verschlüsselt die Daten mittels SHA256-Verschlüsselung und sendet diese an Google Analytics, wenn ihr die entsprechende Einstellung unter “Datenerhebung” aktiviert. Die von Nutzern bereitgestellte Daten helfen dabei, Conversions eindeutig einem Nutzeraccount zuweisen zu können und ermöglichen eine Wiedererkennung eines Nutzers ohne Cookies.

Wichtig: Damit die “Erweiterten Conversions” richtig funktionieren, müssen diese im jeweiligen Online-Shop eingerichtet werden. Es genügt hier nicht, einfach einen Haken unter “Datenerhebung” zu setzen.

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Modellierung von fehlenden Interaktionsdaten

Unter “Datenanzeige” und “Identität zur Berichterstellung” können nun Einstellungen zur Modellierung von Daten vorgenommen werden. Wenn innerhalb einer Customer Journey Daten fehlen, weil der Nutzer zum Beispiel Google Analytics geblockt oder das Endgerät gewechselt hat, versucht Analytics automatisch, die fehlenden Daten zu modellieren. Möchtet ihr keine Datenmodellierung nutzen, um fehlende Daten zu rekonstruieren, könnt ihr dies nun abschalten, indem ihr den Schalter von “Zusammengeführt” auf “Beobachtet” stellt. Verfügt euer Online-Shop allerdings über ausreichend Traffic von sagen wir einmal über 2000 Usern im Monat, würden wir die Modellierungen immer aktiviert lassen. Auf kleinen Websites kann es sinnvoll sein, diese zu deaktivieren.

Neue Optionen im Datenimport

Unter “Datenerhebung” -> “Datenimport” können seit kurzem neue Importwerkzeuge ausgewählt werden. Neu ist die Möglichkeit, Offline-Eventdaten in Google Analytics zu importieren und die Daten über SFTP automatisch abrufen zu lassen. Außerdem gibt es im Datenimport-Menü nun die Möglichkeit, einen regelmäßigen automatischen Datenimport einzustellen. Hier können zum Beispiel einmal die Woche Offline-Eventdaten aus einem digitalen Kassensystem importiert werden.

Channelgruppierung personalisieren

Die Möglichkeit, den eingehenden Traffic in Google Analytics in benutzerdefinierte Channel einzuteilen, kennen wir bereits aus Google Universal Analytics. Seit 2023 ist es nun auch möglich, diese eigenen Channels bei GA4 anzulegen. So könnt ihr zum Beispiel große Partnerwebsites, von denen viel Traffic zu eurer Website kommt, mit einem eigenen Channel hervorheben. Ansonsten würde der Traffic lediglich in die Standard-Kategorie “Referral” einsortiert werden. Die Standard-Channelgruppierung kann momentan noch nicht angepasst werden, ihr könnt nur eigene Channelgruppierungen anlegen.

Daten aus Ereignissen automatisch entfernen

Unter dem Menüpunkt “Datenanzeige” -> “Ereignisse” können versehentlich gesendete personenbezogene Daten automatisch aus den Ereignissen entfernt werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um eine Suchanfrage, die automatisch in ein Ereignis geschrieben wurde, oder die persönliche E-Mail-Adresse, die womöglich unverschlüsselt vorliegt. Dies kann zu einem Datenschutz-Problem in Google Analytics 4 werden. Mit dem Aktivieren dieser Option werden die betreffenden Ereignisdaten automatisch entfernt und mit einem “(entfernt)” gekennzeichnet. Im Falle von personenbezogenen Daten solltet ihr dies auf jeden Fall tun, um dem Datenschutz zu genügen.

Löschassistent für Event- und Nutzerdaten

Wo wir gerade beim Thema Löschen sind. Google hat den Löschassistent von Google Analytics 4 ordentlich aufgebohrt und um einige neue Kategorien erweitert. Mithilfe von neuen Filtern kann sehr genau bestimmt werden, welche Daten aus Google Analytics 4 entfernt werden sollen. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn in euren Ereignissen versehentlich personenbezogene Daten abgespeichert wurden. Auch spezifische Nutzerparameter könnt ihr mit dem Löschassistenten leeren. Die Daten werden nach Abschluss des Assistenten unwiederbringlich gelöscht. Handelt also mit Obacht und sichert die Daten auf jeden Fall vorab in BigQuery.

Conversion-Channels beschränken

Die Systeme Google Analytics und Google Ads wachsen immer weiter zusammen und vereinheitlichen ihre Tracking-Grundlage. Folgerichtig könnt ihr nun unter “Datenanzeige” -> “Attributionseinstellungen” festlegen, dass nur kostenpflichtigen Google-Kanälen wie z.B. Google Ads Conversions zugeordnet werden sollen. In der Regel solltet ihr diesen Regler allerdings auf Standard belassen. Auf diese Weise werden Conversions auch kostenlosen Kanälen wie zum Beispiel SEO zugewiesen. In Google Ads tauchen die Conversions natürlich nur auf, wenn Google Ads im Kaufprozess auch eine Rolle gespielt haben. Mehr zu den Unterschieden zwischen Google Ads-Conversions und Google Analytics-Conversions findest du im entsprechenden Blogartikel.

E-Commerce: Bezahlvorgang nachvollziehen

Eines der zentralen Argumente für Google Analytics 4 ist das robuste Event-System. Während alte Webanalyse-Systeme noch auf Seitenaufrufen basierten, ist bei GA4 jede Interaktion mit einer Website ein Event. Auf diese Weise kannst du deine User besser kennenlernen und mehr über ihre User Journey erfahren. Ein Beispiel ist die neue E-Commerce-Funktion unter “Berichte” -> „Monetarisierung“ -> “Bezahlvorgang”. Sofern euer Online-Shop die entsprechenden Daten liefert, könnt ihr hier nachvollziehen, wo die Nutzer beim Bezahlen abspringen. Standardmäßig ist der Bericht in die Stationen “Bezahlvorgang gestartet” -> “Versandservice gewählt” -> „Zahlungsmethode gewählt” -> und “Kauf” eingeteilt, kann allerdings auch für euren Online-Shop personalisiert werden.

Zahlreiche neue Tool-Verknüpfungen

Das Geschrei war groß, als Google Analytics 4 im Oktober 2020 an den Start ging und kaum Verknüpfungen zu anderen Google Tools mit sich brachte. Hier hat der Suchmaschinenriese aus Mountain View auf jeden Fall auf die Kritik gehört und zahlreiche neue Verknüpfungen eingefügt. Im zentralen Einstellungsmenü unter dem Menüpunkt “Produktverknüpfungen” findet ihr unter anderem die Anbindung zu Google Ads, BigQuery, dem Merchant Center und der Google Search Console. Hier solltet ihr alle Tools anbinden, die ihr im Einsatz habt, um maximal viele Daten in Analytics verfügbar zu haben. Anbindungen zu Konkurrenten wie Facebook und Instagram bietet Google nicht an und wird dies auch in Zukunft nicht tun. Hier müsst ihr weiterhin auf Drittanbieterlösungen zurückgreifen.

Google Analytics 4: Frischzellenkur in 2024

Insgesamt sind in den neuesten Updates von Google Analytics 4 viele smarte und sinnvolle Funktionen vorhanden. Besonders das aufgeräumte und neu strukturierte Einstellungsmenü gefällt uns sehr gut. Im Vergleich zu Google Universal Analytics arbeitet es sich schneller, stabiler und mit der App auch mobiler mit Google Analytics 4. Im Jahr 2024 stehen noch viele neue Features auf der Roadmap, auf die man sich freuen kann. Wir bleiben dran!

Wichtig: Falls ihr noch nicht mit der aktuellen Version von Google Analytics 4 unterwegs seid, informiert euch über die notwendige Umstellung auf Google Analytics 4

Tobias Lübke

Tobias Lübke

Als Google-Ads-Professional verantwortet Tobias den Bereich Search Engine Marketing der Agentur. Wenn er gerade nicht auf der Suche nach dem perfekten Ranking ist, optimiert er Conversion- und Analytics-Prozesse beim Kunden.

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